S. entstammte einer alten Ffter jüdischen Familie. Sohn des Ffter Bürgers und Handelsmanns Julius S. (1807-1852) und dessen Ehefrau Louise, geb. Ellissen (1810-1864).
Nach Universitätsstudium trat S. in das Ffter Bankhaus Jacob S. H. Stern ein, dessen Mitinhaber sein Vater gewesen war. Unter der Leitung von ihm und seinem Geschäftspartner
Otto Braunfels war das Bankhaus insbesondere mit Unternehmensfinanzierungen und Emissionsgeschäften erfolgreich und stieg zu einer der führenden deutschen Privatbanken auf. S. gehörte dem Zentralausschuss der Reichsbank seit dessen Gründung 1876 an.
Mitglied der Demokratischen Partei, später der Fortschrittspartei. Von 1873 bis 1900 Mitglied der Ffter Stadtverordnetenversammlung, zeitweise (1893) als stellvertretender Vorsitzender. Langjähriger Vorsitzender der Finanzkommission der Stadtverordnetenversammlung. Von 1886 bis 1900 Mitglied des Nassauischen Kommunallandtags des (preußischen) Regierungsbezirks Wiesbaden in Wiesbaden und des Provinziallandtags der (preußischen) Provinz Hessen-Nassau in Kassel für den Stadtkreis Ffm.
Verschiedene Stiftungen für wohltätige und gemeinnützige Zwecke, u. a. für die Taubstummen-Erziehungs-Anstalt und die Albrecht-Dürer-Bibliothek. Mitte der 1880er Jahre veranlasste S. durch eine großzügige Schenkung den Bau des ersten Ffter Volksbrausebads auf dem Merianplatz in Bornheim (eröffnet 1888).
Nach S.s Tod stiftete seine Witwe
Johanna Wilhelmina S., geb. S. (1839-1927), 1901 eine halbe Million Mark für Zwecke medizinischer Forschung. Die Stiftung wurde für den Bau des Theodor-S.-Hauses verwendet, eines Forschungsinstituts auf dem Gelände des späteren Universitätsklinikums.
Theodor-S.-Kai in Sachsenhausen. Theodor-S.-Stiftung, gegründet 1994 von der Ffter Sparkasse und dem Universitätsklinikum Ffm. zur Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens, der öffentlichen Gesundheitspflege sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre im Bereich Medizin. Die Stiftung vergibt seit 1998 jährlich den „Theodor-S.-Stiftungspreis“ für außergewöhnliche Leistungen auf den Gebieten der medizinischen Forschung, Lehre und Krankenversorgung.
Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 433,
).
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